Ideen für die dritte Welt

Im Gegensatz zu vielen Menschen in der sogenannten „dritten Welt“, lebt, verglichen damit, hier in Deutschland selbst ein Hartz-4-Empfänger in „Saus und Braus“. Sicherlich ist auch das alles andere als Luxus und Lebensqualität, aber zumindest muss man in unserer Gegend normalerweise nicht verhungern. Es bestehen also auch hierzulande genügend Baustellen. liyk stellt aber heute die Frage: Wie kann es jemals gelingen, eine Gerechtigkeit in der gesamten Welt zu schaffen? Können oder wollen wir den armen Ländern, den armen Menschen nicht helfen? Und wer ist Schuld daran, dass es vielen so schlecht gehen muss?

Seit Generationen stellt man sich die Frage nach Gerechtigkeit. Besonders von der Ungerechtigkeit betroffen scheint und ist der größte Teil von Afrika, dazu Indien. Überall wird uns gesagt, wir sollen doch bitte spenden, um unser Gewissen zu beruhigen und weiterhin hier unseren Konsumrausch befriedigen zu können; wenn auch eingeschränkt, ein Teil des Geldes soll ja schließlich in die dritte Welt. Dritte Welt – was ist das eigentlich? Ich dachte, wir leben alle in einer Welt.

Spenden – Geld oder was?

Hilft Spenden denn wirklich? Können wir sicher sein, dass das Geld überhaupt bei den Hilfebedürftigen ankommt?

Sicher wird Geld benötigt, doch Geld allein ernährt nicht. Auch wir brauchen sauberes Trinkwasser und Brot, um zu überleben. Geld zu verdauen, dürfte uns eher schwer fallen. Trotzdem wird das Geld gebraucht, um Medikamente, Impfstoffe etc. zur Verfügung zu stellen.

Unsere Antwort auf die andere Frage ist: Nein. Wir können uns nicht sicher sein, dass das Geld an richtiger Stelle ankommt, zu viele Skandale wurden schon aufgedeckt. Abhilfe schaffen kann man eventuell mit relativ zielgerichteten Spenden, beispielsweise an ein Patenkind. Das ist schon ab 30 Euro im Monat möglich und man kann sich hier zumindest etwas sicherer sein, dass das Geld dann auch größtenteils für eben dieses Kind verwendet wird.

Außerdem sollte man Geldbeträge nur an eine Organisation spenden und nicht auf viele aufteilen, so kann der Anteil, welcher für den Verwaltungsaufwand drauf geht, noch weiter reduziert werden. Zudem können Sachspenden, beispielsweise Kleidung auch sinnvoll sein. Doch auch bzw. besonders Kleidung sollte man nur Menschen an die Hand geben, denen man vertraut. Gibt man diese in die üblichen Altkleidercontainer, kann man Pech haben, dass diese Kleidung auch nur verkauft wird bzw. an falscher Stelle ankommt und bedürftige Menschen nicht direkt erreicht.

‚Müssen‘ wir wirklich spenden?

Man muss es sicher nicht. Es ist auch immer nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Ansetzen müsste man ganz anders; der kleine Mann alleine kann da leider nicht viel reißen. Trotzdem sind natürlich die Spendengelder auch ein Beitrag, sodass jeder kleine Betrag irgendwie weiterhelfen kann. Aber wie erwähnt, ernährt man sich ja nicht von Geld, sondern eben von Nahrung.

Da ‚der kleine Mann‘ nicht viel ausrichten kann, fragt man sich natürlich, wer dann die Schuld trägt. Nun, ein bisschen tragen wir sie auf den ersten Blick alle. Wir konsumieren und konsumieren, und das stets zu Lasten der armen Länder. Dort wird für Hungerlöhne gearbeitet, um uns immer noch günstigere Lebensmittel und andere Güter zu bieten. Wir beuten die Entwicklungsländer gewissermaßen aus.

Wir tragen die Schuld, wie erwähnt, jedoch nur auf den ersten Blick. Denn auch wir werden stets durch immer niedrigere Löhne dazu gezwungen, auf den Geiz-ist-geil-Zug aufzuspringen und müssen schauen, wann wir uns was kaufen.

Wenn das große Geld nicht in den Entwicklungsländern und bei dem Otto-Normal-Bürger ist, stellt sich natürlich die nächste Frage: Wo ist es dann?

Ist der Kapitalismus Schuld am Elend in der Welt?

Klare Antwort: Jein. Der Kapitalismus ist per se keine schlechte Wirtschaftsform. Es wird auf Nachfrage produziert, was insgesamt durchaus sinnvoller ist, als Planwirtschaft zu betreiben.

Der große Nachteil ist aber, dass die Reichen immer reicher werden und die Armen ärmer. Zudem ist der Kapitalismus aufgrund der sehr unterschiedlichen Voraussetzungen was Bildung betrifft ungerecht. So hat auch jemand, der eine größere Menge Geld erbt einen ungerechten Vorteil bzw. Vorsprung, um aus dem Geld noch mehr Geld zu machen.

Doch kann man dies wirklich als Nachteil am Kapitalismus selbst sehen? Wir bei liyk denken nicht so, denn es hängt letztlich von jedem Menschen selbst ab, was er mit seinem Reichtum anstellt. Lebt er im Luxus oder gibt er es an seine Mitmenschen ab? Es ist also durchaus möglich, eine steile Karriere im Kapitalismus zu starten und dennoch der Nächstenliebe in vollem Umfang nachzukommen.

Somit kann man nicht dem Kapitalismus selbst die Schuld geben, sondern wenn überhaupt den Menschen, die durch ihn profitieren und sich zudem egoistisch verhalten. Wenn überhaupt, weil nach wie vor Geld zwar für die Entwicklung der dritten Welt nicht ganz unwichtig ist, aber ebenfalls nach wie vor das Problem ansich allein durch Geld nicht gelöst werden kann.

Man kann die Schuld auch eher weniger den Aktiengesellschaften und anderen Kapitalgesellschaften selbst geben. Gemeint sind eher die Aktionäre, welche dahinter stehen. Sie erhalten schließlich ihren Gewinn durch die Wertsteigerung der Aktien und zusätzlich durch eventuelle Dividenden (Gewinnausschüttungen der Gesellschaft).
Das Unternehmen wird sozusagen von den Aktionären gezwungen, immer höhere Gewinne für ihren Profit einzufahren und die Manager können sich gar nicht dagegen wehren. Wieder eine andere Diskussion wäre das Thema über zu hohe Managergehälter, dort geht es jedoch eher nur wieder um den Tropfen Wasser auf dem heißen Stein.

Wer muss dann etwas tun, um die Situation zu verbessern?

Es gäbe aus unserer Sicht durchaus Wege, um wirklich zu helfen, das Elend in der Welt zu minimieren:

  • Nahrung in Konserven ist Jahre haltbar, diese könnten in Unmengen in betroffene Gebiete gebracht werden
  • Gleiches gilt für Fruchtsäfte in Tetrapaks, auch diese sind zumindest Monate haltbar
  • Pharmakonzerne könnten massenweise Impfmittel und Medikamente zur Verfügung stellen
  • Spekulation auf Lebensmittel und Medizin muss allgemein untersagt werden
Hier sind jeweils die Lebensmittel- und Pharmakonzerne in der Pflicht. Stattdessen geben sie jedoch viel Geld für Marketing aus. Man könnte durch Gesetze Abhilfe schaffen: Beide müssen einen hohen Prozentsatz ihres Gewinns für Transportkosten der Nahrungsmittel-, Getränke-, und Medizinspenden ausgeben. Langfristiges Ziel müsste sein, die Lebensmittel- und Pharmakonzerne immer stärker zu verpflichten, sich um eine bessere Versorgung weltweit zu kümmern.
Wirklich helfen würde dies allerdings auch nur, wenn sich solche Gesetze in vielen Ländern weltweit durchsetzen würden.
Natürlich müssten wir uns auch damit arrangieren, dass Krankenversicherungsbeiträge und Lebensmittelkosten ansteigen werden. Doch wer hätte wirklich ein Problem damit, wenn man wüsste, dass es dadurch Millionen Menschen besser geht?

Der Staat könnte noch mehr tun, außer solche Gesetze zu verabschieden. Beispielweise könnten Steuergelder dafür aufgewendet werden, um Bürger zu versorgen, welche sich bereiterklären, persönlich vor Ort in Entwicklungsländern zu helfen. Viele wären sicherlich dazu bereit, haben aber ohne finanzielle Unterstützung nicht die Mittel, um dies wirklich umzusetzen.

Natürlich sind dies alles (leider?) nur Gedankenspiele, eine reale Umsetzung erscheint doch sehr fern. Aber Ansätze für eine tatsächliche Problemlösung könnten diese Beispiele durchaus darstellen.

Darf man genießen?

Bei all dem Elend auf der Erde stellt sich uns noch die Frage, ob wir denn überhaupt unser Leben in der westlichen Welt genießen dürfen. Die Antwort kann aber nur lauten: Ja!

Auch, oder gerade wenn wir es religiös nehmen, sollten wir doch sehr dankbar sein, in einer guten Zeit leben zu dürfen und gerade deshalb mit größter Anstrengung versuchen, das absolut Beste herauszuholen. Wir dürfen auch genießen, aber nicht im Überfluss. Wir sollen helfen; und auch hier wird es wieder religiös: Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst. Wenn man es schafft, nach diesem Konzept zu leben, kann man ein glückliches Leben führen.

Es ist also wichtig, über das Leiden in der Welt informiert zu sein, aber man sollte sich nicht selbst allein die Schuld daran geben, da es weit einflussreichere Organisationen und Regierungen gibt, die schneller etwas ändern könnten. Wer die Möglichkeit sieht zu helfen, soll dies doch einfach tun, auch kleine Hilfen sind sehr wichtig.

Um zum Anfang zurückzukommen: Wir Menschen könnten uns selbst helfen, wir wollen es nur nicht genug. Denn in der westlichen Welt müsste jeder auf etwas verzichten, wenn die Entwicklungsländer aufrücken und zu echter Konkurrenz werden. Wir sind einfach insgesamt gesehen zu egoistisch, das Teilen fällt uns nicht leicht, wir gönnen „dem Nächsten“ einfach zu wenig.

Deshalb muss jeder für sich im Kleinen anfangen, diese Einstellung immer weiter zu ändern. Solange dies nicht bei der Mehrheit der Menschen angekommen ist, wird es schwierig mit der Gerechtigkeit. Allerdings sind wir zuversichtlich, dass zukünftig immer mehr Menschen zu der Einsicht kommen werden, dass Menschlichkeit wichtiger ist, als Geld zu zählen. Dennoch hat die Menschheit noch einen weiten, aber nicht unmöglichen Weg, vor sich.

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